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Montag, 17. Dezember 2012

Erdmännchen in Island oder: Was guckt da aus der Erde raus?


Nachdem wir mitten in der Nacht auf dem Internationalen Flughafen Keflavík in Island gelandet waren, fuhren wir sofort mit dem Mietwagen nach Selfoss im Süden des Landes weiter.

Für alle, die es nicht wissen: In Island ist es im Sommer auch nachts hell, gelegentlich auch dämmrig.

Nach ein paar Stunden, es mag gegen halb fünf Uhr in der Frühe gewesen sein - wir hatten es gemütlich angehen lassen - kamen wir müde bei der Jugendherberge an.

Als wir aus dem Auto stiegen, fiel mir auf, dass Jakob (11) ganz grüblerisch schaute. Dann fragte er:
„Sag mal, gibt es in Island eigentlich Erdmännchen?“

Er meinte diese putzigen Säugetiere mit dem wissenschaftlichen Namen Suricata suricatta aus der Familie der Mangusten, die man manchmal in Zoos bewundern kann.


„Nein“, antwortete ich, „warum fragst du?“     

Nachdenklich gab Jakob zurück:
„Als wir vorhin gefahren sind, dachte ich, da wären Erdmännchen auf dem Feld neben der Straße. Es sah aus wie eine ganze Erdmännchen-Herde. Sie haben aufgeschaut und uns angeguckt.“
(Foto: R'eyes, "Ta olhando o q?", www.piqs.de)

Zurückgekehrt aus dem Urlaub, erzähle ich manchmal von der kleinen Begebenheit. Jeder hat eine Erklärung für das, was Jakob in jener Nacht erblickte: Die einen meinen, der Junge habe Elfen oder anderes verborgenes Volk gesehen, andere vermuten, er sei müde gewesen und habe beim Einschlummern herumliegende Lavabrocken für Erdmännchen gehalten.

Ich persönlich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass da eine ganze Abordnung von Erdmännchen eigens aus dem südlichen Afrika nach Island gehuscht ist, um uns bei unserer nächtlichen Ankunft gebührend zu begrüßen.

Donnerstag, 6. September 2012

Ilja? Find' ich gut!

Darf ich vorstellen: Das ist Ilja. Ich habe ihn vor Kurzem kennenlernen dürfen - er ist ein süßer kleiner Fratz, drei Jahre alt, schwer krank.

 
 
Diesen Artikel habe ich über Ilja und seine Familie geschrieben (erschienen am 5. September 2012 in der Kraichgau Stimme):


Wer Ilja helfen möchte, findet die Kontaktdaten im Artikel.

Unterstützt von der Uniklinik Mannheim hat die Familie inzwischen ein Spendenkonto (über eine Organisation) eingerichtet. Die Gelder, so sagt die Familie, gingen von dem Konto direkt an die Uniklinik.

Kontonummer: 4005422
Bankleitzahl: 52060410
Bank: EKK
Empfänger: G12 Live e.V.
Verwendungszweck: Spende für Ilja Gnatovsky


Ilja mit seiner Oma Alla.
"Wer von den Menschen so klein und unbedeutend wie dieses Kind dastehen mag, der ist in Gottes Welt der Größte; und wer ein solches Menschenkind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf."
(Matthäus 18, 4-5)

Montag, 16. Juli 2012

Abendmahl mit Kindern

Als ich vom Abendmahl mit Kindern hörte, war ich zunächst skeptisch. Wozu, fragte ich mich, dann eigentlich noch die Konfirmation? Denn ich erinnerte mich, dass in meiner Konfirmandenzeit das Abendmahl einen sehr hohen Stellenwert besaß, wir Konfirmanden warteten voller Vorfreude und innerlich aufgewühlt auf unser erstes Abendmahl.


Neugierig fragte ich Pfarrer und Menschen aus Gemeinden nach ihrer Meinung. Daraus entstand der folgende Artikel.



Kraichgau Stimme, 16.02.2012




Wenig später plante die Kirchengemeinde in Eppingen, das Abendmahl mit Kindern einführen. nach einer Informationsveranstaltung schrieb ich diesen Artikel:



Kraichgau Stimme, 30.05.2012







Dienstag, 5. Juni 2012

Wenn Kinder sterben

Der Tod eines Kindes ist besonders schrecklich, weil er nicht natürlich ist. Oft leiden Kinder oder Jugendliche unter sehr seltenen, schleichend schlimmer werdenden und lebensverkürzenden Erkrankungen.

Da bleibt kaum Kraft für Geschwister und Partner, viele wenden sich zudem von der Familie ab, weil sie mit der Situation nicht umgehen können.

Die Arbeit der ambulanten und stationären Kinder-Hospizdienste rückt von der Diagnose bis in die Trauerzeit die ganze Familie ins Zentrum.

Ambulante Kinder-Hospizdienste unterstützen die Familien daheim. Oft über mehrere Jahre hinweg entlasten sie, hören zu, beschäftigen sich mit dem kranken Kind.

In stationären Kinderhospizen können Familien für einige Wochen durchschnaufen, sich austauschen, Entlastung und Entspannung genießen. Auch sterben können Kinder und Jugendliche dort.

Im DIAK-Radio sprach ich mit Flora Asseyer vom Kinderhospizdienst Karlsruhe und Landkreis und Sabine Kraft, Geschäftsführerin Bundesverband Kinder-Hospiz, Freiburg über Kinder mit lebensverkürzenden Krankheiten, deren Familien, den Umgang mit solchen Situationen als Außenstehender und über Kinderhospizdienste.








Am 7. März 2012 erschien mein Artikel über eine Veranstaltung im Rahmen der Hospizwochen Bad Rappenau zum gleichen Thema mit Sabine Kraft in der Kraichgau Stimme:








Donnerstag, 31. Mai 2012

Island mit Kindern

In der DIAK-Radio-Sendung vom 17. November 2011 moderierte ich nicht, sondern war bei Wolfgang Wegner "Gast im Studio" zum Thema Island.

Im folgenden Ausschnitt erzählte ich ein bisschen über "Das Island-Reisebuch für Kinder".





Gabriele Schneider: Das Island-Reisebuch für Kinder
Borsdorf: 2011, ISBN 978-3-86468-062-5, € 12,90
(Signierte Exemplare -zuzügl. Porto- bei der Autorin)

Freitag, 20. April 2012

Wer den Pfennig nicht ehrt...

Beim Straßenfest gab es einen Stand, an dem bunte Süßigkeiten aus großen Gläsern verkauft wurden. Während ich noch das verlockende Angebot an zuckerigen Leckereien musterte, beobachtete ich aus den Augenwinkeln einen Jungen, vielleicht acht Jahre alt.

Er schlenderte zunächst um den Stand herum, so, als plane er den ganz großen Coup, einen exorbitanten Süßwarenkauf nämlich. Doch plötzlich stutzte er, zuckte kurz zusammen, die Augen blitzten gefährlich. Die Gummischlangen und Lutschtiere keines Blickes mehr würdigend umkreiste er den Stand und ließ sich hinter der Verkäuferin auf den Boden sinken.

Dort saß er und begutachtete intensiv den Boden vor sich. Dann begann er, mit den Fingernägeln an den Steinplatten zu kratzen. Bald hatte ich das Interesse an dieser seltsam anmutenden Tätigkeit verloren und ging weiter.

Vielleicht zwanzig Minuten später kam ich erneut an dem Stand vorbei. Und siehe da, der Knirps hockte immer noch auf dem Hosenboden und scharrte genüsslich, aber mit vor aufgeregter Anstrengung wild über den Mund fahrender Zunge vor sich hin. Schließlich siegte meine Neugier.

„Sag mal, wartest Du darauf, dass etwas von den Süßigkeiten zu Dir runterfällt?“, fragte ich ihn.
 „Nein, nein“, antwortete der Kleine entrüstet, „ich habe doch Geld genug dabei, um mir welche zu kaufen. Aber als ich vorhin hier vorbeikam, habe ich gesehen, dass zwischen zwei der Steinplatten ein Zwei-Cent-Stück steckt.“

Der Junge deutete mit dem Finger auf eine Stelle am Boden, dann erhob er sich und zuckte ratlos mit den Schultern.
 „Aber ich kriege es einfach nicht raus.“

Sprach`s und zog, traurig den Kopf schüttelnd, davon.

Duftsäckchen

Vor ein paar Jahren kam mein damals achtjähriger Neffe für eine Woche zu Besuch in den Kraichgau. Einmal kauften wir in einem Drogeriemarkt ein. Nebenbei zeigte ich Jakob, wie man Parfums testet, indem man aus der Testflasche ein wenig auf kleine Papierstreifen sprüht. Er fand das überhaupt nicht spannend. Im Gegenteil. Er motzte und meckerte, was das Zeug hielt. Schließlich stinkt Parfum ja fast unerträglich. Für echte Jungs zumindest.

Trotzdem blieb er neben mir stehen und wartete geduldig, wenn auch naserümpfend. Ungefähr bei der zwanzigsten Testsprühung rief Jakob plötzlich: „Boah, das riecht ja voll cool. Das musst Du unbedingt kaufen!“ Glücklicherweise hatte auch ich mich spontan in den mir bislang unbekannten Duft verliebt, und so wandelten wir aromengeschwängert zur Kasse.

Daheim stellte ich den Flakon auf die Kommode im Badezimmer. In den nächsten Tagen passierte Seltsames, ja beinah Mystisches: Der Inhalt des Fläschchens nahm zusehends ab, obwohl ich noch nichts davon verwendet hatte. Hin und wieder, immer dann, wenn Jakob in der Nähe war, glaubte ich einen angenehm frischen, gar nicht jungenhaften Duft aus seiner Richtung zu erschnuppern. Ich fragte den Knirps danach.

„Ach, weißt Du“, antwortete der, „immer, wenn ich auf dem Klo sitze, sprühe ich ein bisschen Parfüm in die Luft. Naja, es könnte vielleicht schon irgendwie sein, dass ich mich dabei ganz aus Versehen manchmal selber treffe.“ Aus Versehen, klar.

Jakobs Ferien gingen irgendwann zu Ende. Am Abreisetag besprühte ich einen Wattebausch mit dem begehrten Gut, deponierte diesen in einem Plastikbeutel mit Zipp-Verschluss und schenkte Jakob das Tütchen.

In Kassel angekommen, sprudelte es aus Jakob heraus, kaum dass wir zur Tür herein waren: „Ich habe von Opa ein Lego-Flugzeug bekommen und einen Drachen, von Gabi ein Buch und eine Sonnenbrille.“

Dann machte er eine kleine Pause, um in fast feierlichem Ton hinzuzufügen: „Aber wisst Ihr, was das aller-aller-allerschönste Geschenk war?“ Und zog das Säckchen mit dem duftenden Inhalt aus der Hosentasche.